Bösebrücke, Berlin

Die Bösebrücke überführt die Bornholmer Straße über Gleisanlagen der DB und der S-Bahn sowie eine untergeordnete Stadtstraße. Sie verbindet die Ortsteile Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen. Die von 1912 an errichtete und 1916 als Hindenburgbrücke eröffnete "Millionenbrücke" (Baukosten über 1 Mio. Reichsmark) wurde 1948 nach dem Widerstandskämpfer Wilhelm Böse umbenannt. Die Brücke ist in der Berliner Denkmaldatenbank gelistet.

Die Überbaukonstruktion wurde im Zeitraum 2007/08 zur Überprüfung der Standsicherheit und Restlebensdauer statisch nachgerechnet.

Die Instandsetzungsmaßnahmen (Beginn 2015) umfassen den stählernen Fachwerk-Überbau, Widerlager, Treppenanlagen, Stützwände sowie die Balustraden am östlichen Widerlager und die in Verlängerung der Brückengeländer am westlichen Widerlager; des Weiteren die Reduzierung des Gesamtgewichtes des Überbaus.

Die Brücke ist als Dreifeldträger mit einer Gesamtlänge von 138 m (Einzelstützweiten:  25,50 m - 87,00 m - 25,50 m) ausgebildet. Das Haupttragwerk besteht im Mittelfeld aus zwei bogenförmigen, genieteten Eisenfachwerkträgern, welche die Mittelöffnung überspannen. Die Fachwerke sind v-förmig bis OKG herabgeführt und über massive Kämpferfundamente aus Stampfbeton tiefgegründet. Die Hauptträger kragen 7,50 m in die Seitenfelder aus und bilden die Auflager für die dort vorhandenen Schleppträger. Diese bestehen aus nahezu parallelgurtigen Fachwerkträgern. Es sind 2 Haupttragebenen mit einem Achsabstand von 16,50 m vorhanden. Die Haupttragebenen sind über Portale in der Mittelöffnung gekoppelt. Die Geh- und Radwege sind beidseitig außerhalb der Hauptträgerebenen angeordnet.

Die Bösebrücke ist in den Widerlagerachsen auf Stelzen gelagert. Die Zwischenstützungen ruhen auf gelenkigen, allseits festen Lagern. Im Mittelfeld ist die Fahrbahnkonstruktion über Hänger an das Bogentragwerk gekoppelt, in den Endfeldern direkt an die Fachwerke der Untergurte angeschlossen. Die Fahrbahn wird von 46 genieteten Querträgern getragen. Zwischen diesen Querträgern besteht die Fahrbahnkonstruktion aus einer Stahlbetonrippendecke.

Leistung

Nachrechnung, Statische Prüfung der Ausführungsplanung

Beteiligte

AG/Bauherr:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

Entwurf:
Ingenieurbüro Grassl GmbH, Berlin

Tragwerksplaner:
Ingenieurgesellschaft Bonk + Herrmann mbH, Dresden

Bauausführung:
Sächsische Bau

Statische Prüfung:
Dr.-Ing. Thomas Klähne

 

 

 

 

 

 

 

Bauwerksdaten

Baujahr:
2015 - 2017

Länge: 138,00 m
Breite: 27,00 m

Baustoff
Überbau: Flusseisen, Nickelstahl