Neubau Gänstorbrücke Ulm/Neu-Ulm

Planerauswahlverfahren nach VgV mit Realisierungswettbewerb nach RPW 2013

Die Gänstorbrücke, die die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm verbindet, gilt als bedeutender Meilenstein der Ingenieurbaukunst. Das aus dem Jahr 1950 stammende und von Ulrich Finsterwalder geplante Bauwerk zählt zu den ersten Spannbetonbrücken Deutschlands, das mit seiner extremen Schlankheit und Zurückhaltung Maßstäbe gesetzt hat. Der aufgrund der technischen Alterung des Bauwerks notwendige Ersatzneubau sollte seinem Vorgänger hinsichtlich technischer und gestalterischer Ausformung gerecht werden. Um dieses zu erreichen, wurde ein Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 mit vorgeschalteten Auswahlverfahren durchgeführt, zu dem zehn teilnehmende Bewerbergemeinschaften mit internationaler Beteiligung zugelassen wurden.

Das Preisgericht kürte am 7. Februar 2020 unseren Entwurf, den wir gemeinsam mit Kolb Ripke Gesellschaft von Architekten mbH erarbeitet haben, als Sieger.

Der Entwurf überzeugte durch das schlanke Erscheinungsbild und seine Zurückhaltung. Mit dem untenliegenden Tragwerk wurde die Konstruktionsidee der Bestandsbrücke aufgegriffen und diese unter Anwendung eines innovativen Materialeinsatzes - einer Stahlverbundlösung - weiterentwickelt. Der schlanke Überbau ermöglicht auch die Erhöhung der lichten Höhe auf 4,00 m, was sich positiv auf den entlang der Donau führenden Geh- und Radweg auswirkt. Städtebaulich wurde der durch eine leichte Aufweitung der Brücke in der Brückenmitte geschaffene Verweilbereich positiv bewertet sowie die an den Brückenenden befindlichen Leuchtmasten, die einen markanten Auftakt setzen und den Brückenraum auf der Brückenoberseite begrenzen.

Auszug aus der Einzelbeurteilung: „Der vorliegende Entwurf stellt eine gleichzeitig elegante und funktionale, insgesamt angemessene Lösung für die gestellte Aufgabe dar, die alle Randbedingungen erfüllt.“

Dem Wettbewerb angeschlossen wurde ein VgV-Verfahren durchgeführt, bei dem die Arbeitsgemeinschaft KLÄHNE BUNG Beratende Ingenieure im Bauwesen GmbH, Kolb Ripke Gesellschaft von Architekten mbH und BUNG Ingenieure AG den Zuschlag zur Realisierung erhielt.

Bildrechte: Kolb Ripke Architekten

Beteiligte

Ausloberin:
Stadt Ulm, Fachbereich Stadtentwicklung Bau und Umwelt

Verfahrensbetreuung:
Drees & Sommer

Leistung:
Wettbewerbsentwurf gemeinsam mit Kolb Ripke Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin