Einschub Südbrücke Bundeskanzleramt
Die Erweiterung des Bundeskanzleramtes ist ein komplexes wie zentrales Bauvorhaben für Berlin. Einen wesentlichen Bestandteil stellt die neue, südlich gelegene, Fußgängerbrücke über die Spree dar. Wir durften neben der statischen Überprüfung des Bauwerks im Endzustand die Montage und die Baubehelfe des Stahlüberbaus planerisch begleiten. Heute, am 19.03.2026, fand der Einschub statt. Der Schiffsverkehr wurde hierfür vollständig eingestellt.
Die Südbrücke verbindet das bestehende Kanzleramtsgebäude mit dem im Bau befindlichen Neubau am westlichen Spreeufer und liegt südlich des vorhandenen und ebenfalls über die Spree spannenden Kanzleramtssteges.
Aufgrund ihres großen Kreuzungswinkels mit der Spree weist die Südbrücke mit 180m eine gegenüber der Breite der Spree deutlich größere Länge auf. Die einzelnen Stützweiten des dreifeldrigen Überbaus betragen dabei von West nach Ost rund 25,5m - 139,0m - 15,5m. Infolge der sehr kurzen Randfelder ergeben sich große abhebende Kräfte in den Widerlagerbereichen, welche über Zugpendel in die Pfahlkopfplatte zurückgehangen werden.
Der Querschnitt ist z-förmig mit einem oberen und einem unteren Gehweg mit Breiten von jeweils rund 2,80m. Diese Gehwege werden als geschlossene und luftdicht verschweißte Stahl-Hohlkästen ausgeführt. Beim mittigen und beide Gehwege verbindenden Hauptträger handelt es sich in den Randfeldern ebenfalls um einen luftdicht verschweißten Hohlkasten. Im Hauptfeld löst sich dieser wiederum in einen oberen und unteren Hauptträger mit vertikal stehenden und biegesteif angeschlossenen Pfosten als Vierendeelträger auf. Die Konstruktionshöhe des Überbaus variiert über die Brückenlänge und liegt bei 3,80m am westlichen Pfeiler, bei 5,26m in Brückenmitte sowie bei 3,10m am östlichen Pfeiler.
Die einzelnen Brückenschüsse wurden zunächst in westlicher Seitenlage vormontiert und anschließend mithilfe von SPMT sowie Verschubbahnen auf den Unterbauten sowie einem Ponton in die Endlage über die Spree verschoben. Nach dem Einschub wurden beim westlichen Widerlager eine Einspannung des Überbaus in die Unterbauten hergestellt und die endgültigen Zugpendel am östlichen Widerlager sowie die Lager über den Pfeilern eingebaut.
Details zum Gesamtbauvorhaben sind bei Interesse u.a. hier nachzulesen:
www.bbr.bund.de/BBR/DE/Bauprojekte/berlin/politik-und-verwaltung/bundeskanzleramt/erweiterung/projektinformation.html
Leistungen
- Planungsleistungen für die Montage und die Baubehelfe des Stahlüberbaus
- Überprüfung der Standsicherheit des Bauwerks im Endzustand
Bauherr
Bundesrepublik Deutschland
Auftraggeber
DSD Brückenbau GmbH
Bearbeitungszeitraum
01/2024 bis vorauss. 05/2026