Spatenstich am 05.12.2025 für den Ersatzneubau der Westendbrücke, Berlin

Für eine der prominentesten Autobahnbrücken in Berlin, der Westendbrücke – neben der Ringbahnbrücke eine weitere dringend zu ersetzende Brücke der A100, nördliche Fahrtrichtung zwischen AS Kaiserdamm und AS Spandauer Damm – führen wir aktuell die Prüfung der Ausführungsunterlagen u.a. des Hauptbauwerks und der zugehörigen Nebenbauwerke durch.

Vorhabenträger ist die Bundesrepublik Deutschland (Bundesstraßenverwaltung), vertreten durch die Autobahn GmbH des Bundes, diese wiederum vertreten durch die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. Wir verweisen an dieser Stelle gern auf von der Autobahn GmbH und der DEGES veröffentlichte Texte zum Bauvorhaben:

https://www.autobahn.de/aktuelles/aktuell/a-100-stadtautobahn-in-berlin-feierlicher-spatenstich-fuer-den-ersatzneubau-der-westendbruecke

https://www.deges.de/projekte/projekt/a-100-ersatzneubau-der-westendbruecke/

Von unserer Seite lassen sich außerdem folgende Gedanken zu den technischen Projektanforderungen zusammenfassen:

Infolge der im Grundriss gekrümmten Geometrie und der schiefen Pfeilerstellungen kommt der Abbildung des Tragwerks mit richtiger Steifigkeitsverteilung (Biegesteifigkeiten, Torsionssteifigkeit, Steifigkeiten der Fahrbahnplatte mit Berücksichtigung gerissener Bereiche) eine erhebliche Bedeutung zu, da dadurch nicht nur die Tragfähigkeit richtig beurteilt werden kann, sondern vor allem auch die Ermittlung der richtigen Auflagerkräfte und der spannungslosen Werkstattform (unter Berücksichtigung der Torsion) und Durchbiegungen, die für die Einhaltung der knappen Lichtraumprofile verantwortlich sind. Bestimmte Tragwerksbereiche, wie Auflagerpunkte an schiefen Stützenstellungen, lassen sich nicht mehr nur mit Stabwerksmodellen, sondern nur noch über Faltwerksmodelle abbilden, da es hier zur Überlagerung ungleich gerichteter Spannungen aus globalen und lokalen Wirkungen kommt.

Die Montage und Betonage des Überbaus muss - wie bei Verbundtragwerken üblich - genau beschrieben, in der Berechnung berücksichtigt und dann auch in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden. Z.B. müssen Hilfsstützen und ihre Steifigkeiten, E-Module des Fahrbahnplattenbetons bekannt sein und eingehalten werden. Montagebehelfe, Verschlosserungen, Lasteinleitungsbereiche müssen dimensioniert, entsprechend ausgeführt und abgenommen werden.

Die Sicherheit des Bahnverkehrs muss jederzeit gegeben sein. Dies betrifft nicht nur den Endzustand mit Einhaltung der Lichtraumprofile und Sicherung der Anprallfähigkeit von Pfeilern, sondern vorrangig auch Bauzustände, bei denen z.B. bei Längsverschub ebenfalls Lichtraumprofile einzuhalten sind. Baubehelfe wie Verbauten, Kranstandorte, Hilfsstützen müssen so konstruiert sein, dass die Anprallsicherheit gewährleistet ist und Gleisabsenkungen vermieden werden (z.B. Verformungen von Verbauten).

Leistungen:
statisch‐konstruktive und schweißtechnische Prüfung der Ausführungsplanung des Brückenbauwerks inkl. Stützwände, Verkehrszeichenbrücken, Traggerüste etc., Einstufung der militärischen Lastenklasse, Prüfung Abbruchplanung Anschlussbauwerke, Bauüberwachung, Abnahme Traggerüste, Mitwirkung Verhandlungsverfahren